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Vorwort

Vorwort

Dieses Buch ist all jenen gewidmet, die im Krieg um eine Pflanze mit Gefängnishaft bestraft worden sind, weil sie auf ihr Gewissen gehört haben und mit ihrem Handeln für die Überzeugung einstanden, die Menschheit könne die Wahrheit zu ertragen und zu erkennen lernen und sie müsse endlich die alten Lügen, den Haß, die alte Borniertheit, den Geist der Inquisition und des Ethnozentrismus über Bord werfen, damit die Erde für künftige Generationen bewohnbar bleibt — mit all ihren Pflanzen und allen Substanzen, die die Natur hervorbringt.

    Das vorliegende Buch soll die historischen, sozialen und wirtschaftlichen Kenntnisse vermitteln, die Voraussetzung für die Einsicht sind, daß wir umfassende Gesetzesreformen brauchen, mit denen das Hanfverbot zu Fall gebracht und die Lebensgrundlagen auf der Erde gerettet werden können.

    Anfang 1973 schrieb ich mein erstes Buch über Marihuana, G.R.A.S.S. Damals hatte ich keine Vorstellung, was man aus Hanf alles herstellen kann. Ich wußte gerade einmal, daß man aus Hanf Tauwerk macht; daß diese Pflanze aber die wichtigste Rohstoffquelle für so viele Dinge ist, für Papier, für Textilfasern, für Treib-und Brennstoffe und noch manches mehr, davon hatte ich damals nicht die geringste Ahnung.

    Die erste Ausgabe von Des Kaisers neue Kleider [Titel der amerikanischen Ausgabe von J. Herers Buch, Teil I der vorliegenden Veröffentlichung; Anm. d. Red.] kam 1985 heraus, nachdem ich zwölf Jahre lang Informationen über Hanf gesammelt hatte. Das Buch sollte der krönende Abschluß eines langen und gezielt geführten Kreuzzuges sein, den wir, mein langjähriger Freund und Verbündeter, Captain Ed Adair, und ich, zu unserer persönlichen Sache gemacht hatten. Wir wollten für uns und unsere Freunde dafür kämpfen, daß Marihuanakonsum wieder legalisiert würde. Und es war Captain Eds Verdienst, mich seit 1973 immer wieder dazu ermutigt zu haben, alles, was ich über Marihuana und Hanf wußte und herausbekommen hatte, aufzuschreiben und zu sammeln.

    Das Bild, das ich mir über Cannabis — Hanf — Marihuana und von der Unterdrückung dieser Pflanze machte, gewann mit jeder neuen Information deutlichere Konturen. Und es nahm dabei eine Gestalt an, auf die ich ursprünglich gar nicht gefaßt gewesen war.

    Nach und nach ließen die empirischen Fakten das Bild einer Welt entstehen, die von einer böswilligen Verschwörung zerstört wird, bei der es eben nicht um die Unterdrückung eines »Killergrases« geht, sondern um die Unterdrückung des wichtigsten erneuerbaren Rohstoffes, den wir auf der Welt haben. Und all dies wird ausgeheckt von einer Handvoll wohlhabender Leute und mächtiger Unternehmen und geschieht nur zu deren eigenem Vorteil.

    Seit dem ersten Erscheinen von Des Kaisers neue Kleider sind unzählige weitere Fakten ans Tageslicht gekommen, die das ursprüngliche Material untermauert, einige unbedeutendere Details berichtigt und meiner Arbeit insgesamt mehr Substanz und mir selbst noch tiefere Einsichten verschafft haben. Rätselhafte Details einer Verschwörung gegen die Menschheit begannen sich zu einem riesigen Puzzle zusammenzufügen.

    Wir haben den gesamten Text überarbeitet und völlig neue Abschnitte hinzugefügt. Die US-Regierung hat diese Informationen niemals dementiert, die Medien haben sie ignoriert.

    Und mehr und mehr meiner Freunde sind hinter Gittern gelandet, oder man hat ihnen im Zuge dieser eskalierenden »Krieg-den-Drogen«-Kampagne ihre Heime, Arbeitsplatze und Unternehmen genommen. Viele, die sich mit großer Zivilcourage dem verschrieben haben, was sie für vernünftig, für moralisch richtig und für verantwortbar hielten und sich dieser üblen Politik widersetzt haben, hat ihr Engagement ins Gefängnis gebracht und ist für sie zu einem furchtbaren Alptraum geworden. Meine Hoffnung ist, daß jeder, der dieses Buch gelesen hat, in diesen Menschen nicht mehr irgendwelche Gesetzesbrecher sehen wird, sondern jene couragierte Minderheit, die das Saatgut retten half, das unseren Planeten vor dem Untergang bewahren wird.

    Andere Leute sind zur Arbeit an diesem Projekt hinzugestoßen und haben ihm eine Dimension verliehen, die ich mir anfangs nicht hätte träumen lassen. Mit ihren Fähigkeiten und Kenntnissen haben sie einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen geleistet.

    Wenn man ein Buch wie dieses schreibt, dessen Informationen, obwohl sie eigentlich Allgemeingut sein sollten, unseren Lehrern und Staatsbürgern praktisch unbekannt sind, hofft man immer darauf, daß jemand mit großer Energie und hoher Intelligenz dieses Buch lesen, sich die Informationen zu eigen machen und sie anderen weitervermitteln wird.

    Im Verlauf der Jahre haben mir Hunderte, vielleicht Tausende von Leuten, die Des Kaisers neue Kleider gelesen hatten, dafür gedankt, eines ihrer Lieblingsbücher geschrieben zu haben. Bei einem Auftritt der »Grateful Dead« kam ein Student der Yale University auf mich zu, umarmte mich, dankte mir und erklärte, ich bliebe für immer sein Lieblingsautor. Er freute sich riesig, daß ich noch am Leben sei — seine Mutter hatte ihm mein Buch vorgelesen, als er ein kleiner Junge gewesen war. (Wahrscheinlich hatte sie es ursprünglich für das berühmte Märchen aus dem 19. Jahrhundert von Hans Christian Andersen gehalten.)

    Anfang 1989 las Chris Conrad aus Los Angeles Des Kaisers neue Kleider. Er wurde mein Verbündeter. Mit seiner ungeheuren Energie, seinen Kenntnissen über das Verlagswesen und seiner Bereitschaft, fast fünf Monate lang 40 Stunden pro Woche zu arbeiten, während er gleichzeitig seiner Arbeit als Produktionsmanager einer größeren Wochenzeitung sowie vielen anderen Verpflichtungen für zahlreiche Organisationen und Ziele nachkam, war er für dieses Projekt von unschätzbarem Wert. Während dieser Zeit unterstützte seine Freundin Mikki Norris das Projekt auf vielfältige Weise.

    Chris tat all dies ohne jegliche Entlohnung, und doch arbeitete er, als würde er eine Million dafür bekommen. Er ist einer der tatkräftigsten, energiegeladensten, sachverständigsten und diszipliniertesten Menschen, die ich kenne. Chris ist ein leuchtendes Vorbild. Er entwarf jeden Millimeter dieses Buches und war sein Hauptherausgeber und Anhänger.

    Darüber hinaus möchten wir allen anderen Mitgliedern unseres engagierten Teams von ganzem Herzen danken:

    Chris und meinem Mitherausgeber und Mitarbeiter Lynn Osburn, der sowohl ein großer Schriftsteller als auch ein hervorragender Wissenschaftler auf dem Gebiet der Marihuana/Hanf-Energieforschung ist. Lynn machte sich auf, herauszufinden und zu lernen, ob Hanf tatsächlich eine der wichtigsten erneuerbaren Energiequellen der Erde ist. Er erforschte die Technologie, die dazu nötig ist, unseren Planeten mit sauberer, erneuerbarer Energie zu versorgen. Seine hervorragende Arbeit hat auf nahezu jeder Seite dieses Buches ihre Spuren hinterlassen. Und einen Auszug aus seiner Abhandlung über Energy Farming in America habe ich in den Anhang dieses Buches aufgenommen. Lynns Arbeit wird Menschen überall auf der Welt die Schönheit, Notwendigkeit und Einfachheit der Energieerzeugung aus Biomasse und ihrer Umwandlung lehren.

    Während Lynn mit den Forschungen für dieses Buch beschäftigt war, wurde er wegen eines Verstoßes gegen das Marihuanaanbauverbot verhaftet. Bis zum 2. Januar 1990, dem Tag, an dem er in Ventura County, Kalifornien, eingesperrt wurde, arbeitete er Tag und Nacht. Noch hinter Gittern setzte er seine Redaktionsarbeit fort.

    Unserer wichtigen Mitherausgeberin und Mitautorin, Judy Osburn, Lynns Frau. Judy ist aus Notwendigkeit und Empörung zu einer anerkannten Autorität und Autorin über Beschlagnahme- und Verwirkungsrecht geworden. Die Notwendigkeit entstand aufgrund des Versuchs der Regierung, das Haus der Familie Osburn zu beschlagnahmen. Der Anlaß dafür war gewesen, daß sie sich mit mir den Kopf darüber zerbrach, wie unsere Kinder und unser Planet zu retten seien. Judys Buch Spectre of Forfeiture ist auf seinem Gebiet zu einem Standardwerk geworden.

    Shan Clark für seine aktive Unterstützung beim Redigieren und Katalogisieren und dafür, daß er mich immer wieder in Situationen, in denen ich dieses Projekt ansonsten vielleicht aufgegeben hätte, ermutigt hat.

    Maria Farrow, meiner Assistentin während der letzten anderthalb Jahre, die mich überall hin begleitet hat, von der Kongreßbibliothek zum Smithonian Institut und dem US-Landwirtschaftsministerium, wo wir Dutzende Regierungsbeamte aufsuchten, um sie über Hanf zu befragen, und Hunderte von Dokumenten über Hanf und den Versuch, sein Potential zu vertuschen, aufstöberten.

    Dana Beal für die hervorragende Forschungsarbeit, die er geleistet hat, um einen Zusammenhang zwischen Jerry Colbys Du Pont Dynasties und den Informationen über die Verbote des Hanfanbaus herzustellen.

    Jerry Colby für seine mutige, glänzende Arbeit, die uns die Augen für den Größenwahn der Du Ponts öffnete. Ben Masel für seine harten Kritiken, seine großartige Unterstützung und seine Forschung über eher esoterische Bereiche des Hanfanbaus in der Welt und vieles mehr.

    Julie Kershenbaum für lhre ausgezeichnete redaktionelle Arbeit und das Korrekturlesen. D. S. H. für seine Unterstützung bei der Herausgabe dieses Buches und sein sorgfältiges Bemühen um dessen Korrektheit und Lesbarkeit. Brenda Kershenbaum und Doug McVay für Korrekturarbeiten und redaktionelle Beratung.

    Steve Hager, John Holmstrom und ihrer ganzen Mannschaft für ihre Hilfe bei der Herausgabe und ihre Unterstützung nicht nur dieses Projektes, sondern der Idee, daß die Erde gerettet werden und jeder einzelne von uns ein »Freiheitskämpfer« für diese Sache werden könnte.

    Den Wiz Kids aus KnoWare, Ron Lawrance und Vicki Marshal, die freiwillig die alte Version des Emperor in einen Mac-Computer eingaben und mich, als ich von meinen im Herbst 1989 an den Colleges des Landes gehaltenen Vorlesungen über Hanf zurückkehrte, mit einem Geschenk überraschten: dem alten Buch in Textverarbeitungsform. Dieses Geschenk gab mir genau den Auftrieb, den ich für diese riesige Unternehmung brauchte.

    Timothy Leary, der die anderen und mich ermutigte, die Flinte nicht ins Korn zu werfen. George Clayton Johnson dafür, daß er mir vier Jahre lang ständig neu redigierte Ausgaben des Kaisers brachte und mich liebevoll ermutigte, dieses Buch auf den neuesten Stand zu bringen und wieder zu veröffentlichen.

    Meinen uneigennützigen Vermietern Ed und Esther, die mir so viele Mietzahlungen stundeten, damit dieses Projekt, an das sie glaubten, nicht wegen Geldmangels unterbrochen oder abgebrochen werden mußte.

    Meinen Freunden Dr. Tod Mikuriya und Dr. Fred Oerther für ihre Beratung bei den Kapiteln über Medizin.

    Loey Glover, Büroleiterin bei NORML, für ihre Unterstützung und freundliche Ermutigung.

    Gatewood Galbraith und Mark Brennamen aus Lexington, Kentucky, für ihre bemerkenswerte Forschungsarbeit zugunsten von Cannabis und ihren Kampf für die Bürgerrechte der Einwohner von Kentucky.

    Barry, der der Hanfbewegung und letztendlich diesem Projekt sein umfangreiches Archiv über Hanf zur Verfügung stellte.

    Meinen lieben Freunden Ron und Vicki Linker von den Starseed Collections in Athens, Ohio, die Senatoren, Regierungsbeamte und Einwohner von Athens wortgewandt darüber aufklärten, wie wenig sie über Hanf und Marihuana wußten. Ron und Vicki sind wahre Freiheitskämpfer. Zusammen mit Paul, Kevin und Cliff und dem Ohio University Ecology Club haben sie die Bürger von Athens so umfangreich informiert, wie das in keiner anderen Stadt der USA der Fall war.

    Am 19. November 1989 begann Ron Linkers zweijährige Freiheitsstrafe, weil er traditionelle Hindu-Pfeifen eingeführt hatte, wie er das die vorangegangenen 15 Jahre mit Billigung des Zolls getan hatte. Bei der Urteilsverkündung sagte der Bundesrichter, der es abgelehnt hatte, Informationen über Hanf bei dem Gerichtsverfahren zuzulassen: »Ich wünsche mir, ich könnte Sie für all die Menschenleben, die sie mit diesen traditionellen Hindu-Pfeifen zerstört haben, zu einer längeren Freiheitsstrafe verurteilen.« Ron und Vicki kennen die Informationen über Hanf und die Ungerechtigkeit dieser Strafe.

    Und anderen, die an diese Arbeit geglaubt und sie unterstützt haben, auch mit Geld und Krediten, selbst wenn ihnen das weh tat: David und Gloria Smith, Marco, Allan und Regina, Jon und Carol, David und Debbie, Steve und Chuquette, Roger, Gary H., Rooster, Dudley, Jim, Rose und Chris, Gall und Billy, dem »freundlichen Fremden« Ed, Steve und Andrew DeAngelo, Rick Pfrommer, Peter A., Larry G., Floyd, Jean Michel Eribon, Ron Tisbert, Richard M., T. C., Mitchel aus New Jersey, Beau und Rachael, Jonathan Drewel (der seine ganze unglaubliche Energie von der Southern Missouri University mit herüberbrachte) und allen, die dieses Buch gelesen und zu dieser Arbeit beigetragen haben, ohne hier vielleicht erwähnt zu werden.

    Schließlich hoffe ich, daß unser Buch allen Menschen die Augen darüber öffnen wird, was es mit Cannabis — Marihuana — Hanf wirklich auf sich hat, daß das Verbot dieser Pflanze ein Verbrechen an der Menschheit ist und daß wir alle dazu beitragen sollten, dieses Verbot zu Fall zu bringen. Dieses Buch soll Sie mit dem dazu nötigen Rüstzeug ausstatten, es soll Ihre Empörung wecken und es soll Ihnen die Energie geben, die Sie dazu brauchen.

    Wir haben versucht, so sachlich und präzise wie möglich zu sein. Ergänzungen, Korrekturen und Überarbeitungen werden aber immer notwendig sein. Bitte schicken Sie mir Kopien von Dokumenten oder Materialien, die dazu beitragen können, daß das Buch in seiner nächsten Auflage noch überzeugender wird. — Wir haben schon gewonnen; das weiß nur noch niemand.

    Allen Leserinnen und Lesern der letzten Auflagen, allen Cannabisfans, allen Forscherinnen und Forschern, die mir Dokumente zur Verfügung gestellt oder mit ihrem Rat geholfen haben, möchte ich an dieser Stelle danken; bitte schicken Sie uns weiterhin alles, auch Kleinigkeiten, die uns dabei helfen können, das Puzzle für die nächste Auflage zusammenzufügen.

    Bruce Anderson und Hans-Georg Behr möchte ich für ihre Hinweise und Anstöße meine Anerkennung aussprechen; ihnen bin ich zu größtem Dank dafür verpflichtet, daß sie mich in den Kosmos ihrer unglaublich reichen Kenntnisse über Hanf und alles was mit Hanf zu tun haben kann, haben Einblick nehmen lassen.

    Meine vier Mitherausgeber, Chris Conrad, Lynn und Judy Osburn und Shan Clark, waren wieder einmal die allerbesten Herausgeber, Mitkämpfer und Hanfanhänger, die ich mir wünschen konnte.

    Jack Herer

    Gründer und Vorsitzender von HEMP

    (Help End Marijuana Prohibition)

the authorized on-line version of Jack Herer’s “The Emperor Wears No Clothes”
text from “The Emperor Wears No Clothes” © Jack Herer
CD-ROM and web presentation © 0=2

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Inhaltsverzeichnis
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Englische Originalausgabe: Copyright © 1985, 1986, 1991, 1992 by Jack Herer

Deutsche übersetzung: Copyright © 1993 bei Zweitausendeins, Postfach, D-60381 Frankfurt am Main

English/Englische Originalausgabe

German version of the »Electric Emperor« converted to electronic form by Joe Wein.